Was sagt die Wissenschaft?

Klimaforschende des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen sprechen von einer 55- bis 60-prozentigen El Niño-Wahrscheinlichkeit bis Juni. Der Ozean speichert derzeit so viel Energie, dass selbst eine neutrale Phase nur eine kurze Verschnaufpause bieten dürfte. Einsetzende Westwinde über dem Pazifik könnten das aufgestaute Warmwasser an die Oberfläche drücken – der klassische Zündfunke.
Doch trotz aller Hitzeschlagzeilen mahnen Expert:innen zur Vorsicht: El Niño ist kein Wetterdirigent, sondern eher ein Stimmungsmacher im Hintergrund. Erst wenn das Hoch über den Azoren in Stellung geht und ein blockierendes Gegenstück über Skandinavien entsteht, schiebt sich warme Saharaluft nachhaltig nach Mitteleuropa. Die Karten würden sich somit fast täglich neu mischen.